30. Oktober 2016: Letzter Autozug der DB

30. Oktober 2016, 21:15 Uhr: Der letzte Autozug der Deutschen Bahn verlässt Lörrach. Der Nachfolger BTE nimmt am 16. Dezember 2016 den Betrieb auf.

31. Mai: Übergabe der Petition zur Rettung der Nacht- und Autozüge

Die Petition zur Rettung der Nacht- und Autozüge, die inzwischen mehr als 23.000 Unterstützer gefunden hat, wird am 31. Mai 2016 abgeschlossen und in Berlin an den Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur übergeben! Mit dem Ausschussvorsitzenden Martin Burkert ist vereinbart, dass er und weitere Mitglieder dieses Ausschusses und des Petitionsausschusses am 31. Mai um 12:30 Uhr die Petition entgegennehmen werden. Mit dabei sein wird auch Michael Cramer, Vorsitzender des Transportausschusses im Europäischen Parlament.

Wir laden dazu ein, sich ab 12 Uhr am Westeingang des Paul-Löbe-Hauses einzufinden, also in Sichtweite von Hauptbahnhof, Kanzleramt, Bundestag und Bahntower und direkt an der Haltestelle »Bundestag« der »Kanzler-U-Bahn« U55.

Ein großes Dankeschön an alle Unterstützerinnen und Unterstützer!

Aktuelle Berichterstattung: ZEIT OnlineDeutschlandfunkSPIEGEL OnlineFrankfurter RundschauDeutschlandradion-tvHeilbronner Stimme.

 

Pressekonferenz Bündnis »Bahn für alle« am Dienstag, 31. Mai in Berlin

 

mit Michael Cramer, Vors. Verkehrsausschuss EU-Parlament und Claus Weselsky, GDL 

Europaweites Nachtzug-System „LunaLiner“, gültig ab 11. Dezember 2016 

Breiter Protest gegen DB-Plan, alle Nachtzüge zum Jahresende einzustellen 

 

Zeit: Dienstag, 31. Mai, 13:30 Uhr 

Ort: Albrechtshof, Bankettsaal J. Klepper Albrechtstraße 8 (S-Bahnhof Friedrichstraße, Ausgang Ost), Berlin 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, 

die Deutsche Bahn AG hält an ihrem Beschluss fest, alle Nachtzüge zum Jahresende einzustellen. Dagegen formiert sich breiter Protest von Fahrgästen und Beschäftigten, aus Umweltschutz, Verkehrspolitik und –wissenschaft. Am kommenden Dienstag präsentieren Verkehrsfachleute erstmals das zukünftige europaweite Nachtzug-System „LunaLiner“ der Öffentlichkeit. 

Wir laden Sie hierzu herzlich zur Pressekonferenz ein. Sie beginnt mit der Präsentation des zukünftigen europaweiten Nachtzug-Systems „LunaLiner“. Mittels Karte, Netzplan, Kurssystem und Symmetrie-Tabelle stellen wir Ihnen die Mobilität der Zukunft vor – komfortabel und klimafreundlich. 

Außerdem präsentieren wir Ihnen das Magazin „STOPPT das Nachtzug-AUS!“, herausgegeben und getragen von Bahngewerkschaften in Deutschland und Österreich, aus Kreisen von Umwelt- und Verbraucherschutz, deutscher und europäischer Politik sowie Verkehrswissenschaft. Vielstimmig ist das Heft eingebunden in die breite Kampagne zur Rettung der Nachtzüge. 

„Mit dem Sterben der Nachtzüge wird nicht nur die europäische Einigung, sondern auch der klimafreundliche Bahnverkehr zurückgeworfen,“ so Mitherausgeber Michael Cramer in seinem Vorwort. 

Zur Pressekonferenz erwarten Sie 

Claus Weselsky, Bundesvorsitzender Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL 

Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments für Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzender des Verkehrsausschusses 

Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag 

Joachim Holstein, Sprecher des Wirtschaftsausschusses der DB European Railservice 

Dieter Doege, Landesvorsitzender Fahrgastverband Pro Bahn Berlin/Brandenburg 

Dr. Winfried Wolf, Chefredakteur LunaPark21 und Expertengruppe Bürgerbahn statt Börsenbahn 

Moderation: Monika Lege, Robin Wood e.V. und Bahn für Alle

 

Mit freundlichen Grüßen 

Monika Lege 

Verkehrsreferentin Robin Wood e.V. und Sprecherin Bündnis Bahn für Alle 

 

Telefon 040 / 380 892 12, verkehr@robinwood.de, http://www.bahn-fuer-alle.de 

Privatfirma will Autozug Hamburg-Lörrach übernehmen

In Lörrachs Immobilienbranche scheint die Meldung eingeschlagen zu haben wie eine Betriebsprüfung des Finanzamtes: Es gibt einen Investor, der den Autozug Hamburg-Lörrach weiterbetreiben will. Die Nürnberger Firma BahnTouristikExpress (BTE) hat bekanntgegeben, dass sie die benötigten Fahrplantrassen rechtzeitig angemeldet hat.

Die »Oberbadische Zeitung« meldete am Abend des 15. April 2016:

 

„Nach dem Rückzug der Deutschen Bahn übernimmt BahnTouristikExpress zum Fahrplanwechsel 2016/ 2017 die Autozug-Verbindung Hamburg – Lörrach – Hamburg. Hierzu wurden bei DB Netz rechtzeitig Trassen für den Jahresfahrplan angemeldet. Ab Mitte Dezember 2016 startet der erste BTE-Autoreisezug. Entsprechende Fahrzeuge sowie die Qualifikation zum Nachtreiseverkehr hat BTE bereits für seine Liegewagenzüge im Charterverkehr erworben“, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. „Zusätzlich können sich Reisende dann auch wieder auf einen Speisewagen freuen“, teilt Vertriebs-Chef Matthias Wolf mit. Wolf erläuterte im Gespräch mit unserer Zeitung, BahnTouristikExpress habe die Trasse beantragt, und „in der Regel kommt dann nichts dazwischen.“

 

Drücken wir die Daumen! Denn diejenigen, die auf ein schönes Geschäft mit dem Filetgrundstück gehofft hatten, bringen schon ihre Geschütze in Stellung: Ein Autoparkhaus (!) hätte dort gebaut werden sollen, nebst Gewerbebetrieben und Wohnungen, deren Lage zwischen Gewerbe, Bahnlinie und Schokoladenfabrik sicher sehr angenehm gewesen wäre.

 

Der Lörrach Oberbürgermeister zeigt sich dabei weitgehend kenntnisfrei, wenn er BTE als »Bahntochter« bezeichnet und allen Ernstes behauptet, die Autozüge würden über Basel Bad fahren und dort rangieren, während sie in Wirklichkeit von Lörrach aus direkt nach Weil am Rhein auf die Hauptstrecke fahren. Die Fortführung des Autozuges ist kein »Tiefschlag in die Magengrube«, sondern eine Chance, Lörrach auf der Landkarte zu halten!

 

Liebe Fahrgäste, liebe Stammkunden: Fragen Sie bei BTE wegen Buchungen an! Und machen Sie der Stadt Lörrach deutlich, was man an Ihnen als Kunden hat!

2016: Der »Auto-Traum« ist wieder da !

Hört die DB endlich auf ihre Kunden? In Berlin und Düsseldorf bot die DB 2014 und 2015 ihren Kunden als Ersatz für eingestellte Autozüge den Transport per Lastzug an. Das ließen sich die Kunden nicht gefallen, sondern nutzten ab Düsseldorf die neue Autoverladung im Nachtzug der ÖBB, wichen aus dem Raum Mecklenburg teilweise auf den Autozug Hamburg-München aus – oder kehrten der Bahn den Rücken.

 

Für 2016 gibt es andere Nachrichten: Da der Nachtzug Hamburg-München wegen geänderter Streckenführung via Frankfurt gemeinsam mit den Nachtzügen Hamburg-Zürich bzw. Amsterdam-München keine Fahrzeuge mehr transportieren kann, hat die Bahn entschieden, den im April 2014 von der Schiene genommenen Autozug Hamburg-München ab Mitte Dezember 2015 wieder einzuführen!

Er verkehrt ab Hamburg von Mitte Dezember bis Anfang März freitags und sonntags (dazu am 22.12., 29.12., 5.1.), von Anfang März bis Ende Oktober mittwochs, freitags und sonntags, sowie im November und Anfang Dezember freitags. Abfahrt in München ist jeweils einen Tag später.

Buchungen bis Ende September 2016 sind ab sofort möglich!

Zwar publiziert die DB die Fahrpläne für 2016 noch nicht auf der Startseite ihrer Autozug-Website, aber bei Auswahl der Verbindung und Wahl des Datums bekommen Sie die Abfahrtstage angezeigt.

 

Buchen Sie!

 

Und fragen Sie die DB, wie es nach September 2016 mit dieser Linie weitergeht – und ob die DB auch über 2017 hinaus Autozüge anbieten will, denn die Nachfrage ist ja vorhanden ...

Flyer-Autozug-2015-Oktober.pdf
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Wien will mehr Autozüge und Nachtzüge

Vom 19. bis 21. Juni demonstrierten in 18 europäischen Städten Umwelt- und Verkehrsverbände, Bahnbeschäftigte, Gewerkschafter und Reisende für den Erhalt und den Ausbau internationaler Zugverbindungen in Europa. In Wien begrüßten die Gewerkschaft vida und der Betriebsrat der Newrest Wagon-Lits Austria die Reisenden am Autoverladeterminal des Hbf. Die ÖBB hat nach dem Rückzug der DB vom Terminal Düsseldorf ihren täglichen Nachtzug Wien-Düsseldorf um Autotransportwagen ergänzt – eine gute Alternative für bisherige DB-Kunden mit Fahrtziel östliches und südliches Österreich und angrenzende Länder.

Weitere Fotos gibt es hier.

dpa über das Ende der »Auto-Bahn«

Eine dpa-Story macht derzeit die Runde und ist unter anderem bei Spiegel online und in der Aachener Zeitung zu lesen. Eine anonyme »Sprecherin der Deutschen Bahn« wird mit dem üblichen Mantra vom »Defizit« zitiert, und dann stellen die Vertreter von zwei Autoclubs die Sache klar:


Johannes Hübner, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt am Main, sieht im Rückzug der Deutschen Bahn auch einen Marketing-Fehler: Sie macht ein Angebot und schaut, wie viele Menschen es nutzen. Sie stellt dann fest, dass weniger Züge reichen. Daraufhin fahren aber auch weniger Menschen mit. „So baut man das Angebot langsam ab.”

Und so müssen die Deutschen bald auf eine eigentlich sehr angenehme Reiseform verzichten. „Der Urlaub beginnt schon mit der Abfahrt, das ist das Schöne am Autoreisezug”, sagt Hübner. „Ich kann mit der Familie im Speisewagen essen, die Landschaft zieht draußen vorbei, und plötzlich bin ich am Ziel. Eigentlich ist das ja toll”, schwärmt der Automann von den Vorzügen des Schienentransports. Keine Staus, keine Unfälle. Man kann schlafen und ist bei der Ankunft erholt.

Auch Jürgen Grieving vom ADAC hält den Autozug für ein attraktives Reisemittel - vor allem für Menschen, die ungern lange Strecken in den Urlaub selbst fahren, aber am Zielort mobil sein wollen. Für Senioren etwa sei das Angebot ideal: „Sie können am Urlaubsort mit ihrem vertrauten Wagen unterwegs sein.” Während der Anreise schonen sie sich selbst und ihr Fahrzeug. „Das ist sicher eine gute Sache.”

85 Jahre Autozug – eine ausgefallene Feier

Am 1. April 1930 fuhr der erste Autozug. Von Hamburg nach Basel.

 

Das 80. Jubiläum im Jahre 2010 wurde von der DB noch groß gefeiert, wie Sie im damaligen Katalog nachlesen können. Vom DB-Chef über Politiker bis zu Prominenten waren alle des Lobes voll für den beliebten, bequemen und umweltfreundlichen Autozug.

 

Und 2015?

 

Die DB hat die Einstellung aller Autozüge zum Ende der Sommersaison 2017 beschlossen – da passte ihr eine Feier des 85. Jubiläums nicht ins Bild.

 

Aber es gibt ja noch Menschen, die den Autozug  würdigen. Am 1. April in Hamburg und am 23. Mai in Lörrach trat dann doch in gewisser Weise der Bahnchef vor die Reisenden und die Presse ...

 

Zur Feier von 80 Jahren Autozug
Sommerkatalog 2010.pdf
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14. Januar 2015: Anhörung im Verkehrsausschuss

Den ersten Etappensieg haben die Beschäftigten der DB ERS, die Fahrgäste und viele andere Unterstützer errungen: Am 14. Januar 2015 wird der Bundestagsausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur eine öffentliche Anhörung zur Zukunft der Nacht- und Autozüge durchführen. Sieben Experten werden geladen – drei werden von der CDU/CSU, zwei von der SPD und jeweils einer von der Linkspartei und Bündnis 90/Grünen benannt.

Damit ist klar:

Es wird über echte Zahlen und über echte Alternativen zur Kahlschlagpolitik des Konzernvorstandes gesprochen!

Das Kaputtrechnen gilt dann nicht mehr!

 

Kundgebung und Übergabe von Protestpostkarten
an den Bahnvorstand

 

Mittwoch, 24. September 2014

Berlin, Potsdamer Platz

 

14 bis 16 Uhr

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Aktion in Berlin

Es war eine großartige Kundgebung in Berlin! Herzlichen Dank an alle, die uns bei Vorbereitung und Durchführung unterstützt haben, an alle, die dabei waren und großes Stehvermögen bewiesen haben, danke auch an alle Passanten aus nah und fern, die spontan am Stand unsere Protestpostkarte unterschrieben haben!

In den nächsten Tagen werden wir weitere Fotos hochladen und eine neue Website einrichten, mit der die Kampagne zur Rettung der Nacht- und Autozüge europaweit unterstützt werden kann.

Der Bundestag debattiert über Nacht- und Autozüge

Einen Tag nach unserer Aktion debattierte der Bundestag – passenderweise ab 20:45 Uhr – über Nacht- und Autozüge.


Der Antrag der Linkspartei wurde zur Behandlung an den zuständigen Ausschuss verwiesen.

Medienecho

Printmedien

 

Eine kurze DPA/AFX-Meldung wurde auf vielen Plattformen direkt
übernommen:

ntv.de
focus.de
Westdeutsche Zeitung
Wallstreet online

ad-hoc-news.de

aktien-meldungen.de
t-online.de

 

Ausführlichere Meldungen und Artikel:

 

Neues Deutschland

Süddeutsche Zeitung

Stuttgarter Zeitung

Tagesspiegel

taz

ntv.de mit Link auf den »Appell der 66« bei »Bahn für alle«

Hessisch-Niedersächsische Allgemeine

Flensburger Tageblatt

 

 

Radio und Fernsehen


Die RBB-Abendschau brachte die Kundgebung als Top-Meldung, leider ist die Sendung nicht mehr abrufbar.

 

Tagesschau im Radio

Deutschlandradio Kultur hat ein sehr sympathisches und ausführliches Interview mit dem Autor und ehemaligen Zugbegleiter Steffen Kopetzky gebracht und berichtet auch von der Aktion.

 

Der Deutschlandfunk war bei der Bundespressekonferenz und auf dem Potsdamer Platz dabei.


Radio Dreyeckland hat Bernhard Knierim von »Bahn für alle« interviewt.

Organisationen

 

Allianz pro Schiene

 

 

Nachtzüge

Wir haben für die Nachtzüge eine eigene Website eingerichtet:


www.nachtzug-bleibt.eu

Flugblätter, Postkarten und die Veranstaltungen kosten Geld. Da die Kampagne der Beschäftigen der DB ERS selbstverständlich nicht vom DB-Konzern finanziert wird, freuen wir uns über – steuerabzugsfähige – Spenden auf folgendes Konto:

 

Grüne Liga e.V.

IBAN:  DE61430609678025676900

BIC:    GENODEM1GLS

GLS Gemeinschaftsbank

Verwendungszweck: Spende Nachtzüge

 
Wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, geben Sie bitte auf dem Überweisungsträger Ihre Adresse an oder teilen Sie uns diese mit.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Schluss, aus, Ende 2016?

Zwei Wochen vor Beginn des Fahrplanjahres 2016 gab DB-Vorstand Ronald Pofalla bekannt, die DB wolle alle Nachtzüge und Autozüge Ende 2016 ein-stellen. Eine Modernisie-rung sei »wirtschaftlich nicht abbildbar«.

 

Informationen zu den Protesten und zur aktuellen Lage finden Sie auf der Website

www.nachtzug-bleibt.eu

 

Eine neue Petition für Auto- und Nachtzüge ist gestartet: http://gleft.de/19T

 

Update April 2016: das Nürnberger Unternehmen BTE will den Autozug Hamburg-Lörrach übernehmen. Vier Pressemeldungen dazu:

Meldung vom 15.4.2016

Meldung vom 18.4.2016

Meldung vom 19.4.2016 

Meldung vom 23.4.2016