Autoreisezüge haben Zukunft – Autoreisezüge brauchen Investitionen

Aus der ersten Autoreisezug-Linie Hamburg-Basel des Jahres 1930 wurde im Lauf der Zeit ein Netz mit vielen Verbindungen in Deutschland und mit Südeuropa. Die privatisierte DB AG fuhr das Angebot allerdings immer weiter zurück, schloss viele Verladeterminals und nahm die daraufhin gesunkenen Fahrgastzahlen zum Vorwand, über »gesunkene Nachfrage« zu jammern. Zu Ende Oktober 2016 stellte die DB ihre letzten zwei Autozugverbindungen ein, obwohl ihrem Management und ihren Eigentümern die Vorteile der Autoreisezüge gut bekannt waren:

       

  • Autoreisezüge sind umweltfreundlich: im Vergleich zu einer PKW-Fahrt werden rund 67 % und im Vergleich zu einer Flugreise rund 75 % weniger CO2 pro Personenkilometer produziert
  • Autoreisezüge bedeuten für die Gäste Zeitgewinn: sie legen über Nacht bis zu 1.600 km zurück 
  • Autoreisezüge sind bequem: sie bieten Schlaf- und Liegewagen, Bordrestaurant und Gastronomie am Platz

 

Aber trotz aller Vorteile schreibt der Autoreisezugverkehr seit Jahren rote Zahlen. Vor allem gestiegene Trassengebühren im Ausland und Energie-kosten verursachen das Defizit. Außerdem muss die Fahrzeugflotte allmählich erneuert werden: Es fehlen Autotransportwagen, Liege- und Schlafwagen. Auch die Kapazitäten für die Instandhaltung müssen erweitert werden, denn noch dauert es oft zu lange, bis Schäden und Komfortmängel behoben werden.

Die 1996 zur Sanierung des Nacht- und Autoreisezugverkehrs gegründete DB AutoZug GmbH wurde zum 31.08.2013 mit ihrer Muttergesellschaft DB Fernverkehr verschmolzen. Deren Vorstandsvorsitzender Berthold Huber hatte einst gesagt, dass er die Nachtreise- und Autozugverkehre möglichst erhalten wolle, denn diese Züge sind eine sinnvolle Ergänzung zum Angebot von DB Fernverkehr. Die Zukunft der Nachtreisezüge (City Night Line, CNL) sah er als gesichert, aber der Weiterbetrieb der Autoreisezüge über 2014 hinaus steht auf dem Prüfstand!

Ohne Investitionen in neues Wagenmaterial würde der Autoreisezug-verkehr untergehen, wie es in einigen Nachbarländern schon passiert ist.

 

Wir sind überzeugt: Der Autoreisezugverkehr hat Zukunft!

Über 200.000 Reisende jährlich möchten gerne auch in Zukunft Autoreisezüge benutzen.

Über 100 Millionen eingesparte Auto- und Motorrad-km jährlich entlasten die Umwelt und sind ein hervorragender Beitrag zum »Projekt 2020« des DB-Konzerns, welches unter anderem die ökologischen Vorteile des Bahnverkehrs betont und erweitern will.

 

Der Vorstandsvorsitzende der DB AG Dr. Rüdiger Grube brachte es zum 80-jährigen Jubiläum der Autoreisezüge auf den Punkt:

»Bequem reisen und am Ankunftsort mobil sein – das war die Idee dieser Innovation, die auch heute noch aktuell ist.«

»Der Autozug liegt voll im Trend des umweltbewussten Reisens.«

 

Dieser Trend hat Zukunft – aber in diese Zukunft muss investiert werden!

Möchten Sie demnächst mit einem Autozug verreisen? Suchen Sie Informationen zu Zielorten und Fahrplänen?

Dann empfehlen wir Ihnen den »Autoreisezug-Planer« von Jürgen Reschke.

Dort finden Sie Übersichten der Anbieter, der deutschen Abfahrtsbahnhöfe, der Zielbahnhöfe in mehreren Ländern und viele hilfreiche Tipps.

 

Über Autozüge in Europa informiert eine weitere Website.