Wer betrieb die Autoreisezüge der DB?

Vom Unternehmen DB AutoZug zur DB Fernverkehr AG

 

Das Unternehmen DB AutoZug GmbH mit Sitz in Dortmund wurde 1997 als Tochterunternehmen der DB Fernverkehr AG gegründet. Ursprünglich betrieb diese Gesellschaft nur den Autoreisezugverkehr. Ab dem 30.5.1999 wurde auch der Nachtreiseverkehr übernommen. Daneben war das Unternehmen für den Sylt Shuttle von Niebüll nach Westerland und den Wangeroogeverkehr verantwortlich. Seit 2002 fuhr die DB Autozug GmbH ihre Züge als Eisenbahnverkehrsunternehmen in eigener Regie. Die Betreuung, Bewirtschaftung und der Betriebsdienst auf den von der DB Autozug betriebenen Zügen erfolgt durch die DB European Railser-vice GmbH, eine hundertprozentige Tochter der DB AutoZug.

 

Ursprüngliches Ziel der Gründung der DB AutoZug GmbH war die Sanie-rung und die Modernisierung des Autoreisezugverkehrs. Die Beförderung von Kraftfahrzeugen mit der Eisenbahn begann in Deutschland am 1.4.1930 als »Auto-Gepäck-Verkehr«. Nach der kriegsbedingten Unter-brechung wurde der Autoreisezugverkehr in Deutschland mit dem Som-merfahrplan 1956 wieder aufgenommen. Der Verkehr wurde kontinuierlich ausgebaut und bis 1973 wurden insgesamt 1 Million Fahrzeuge befördert. In diesem Jahr selbst wurden 185.500 Fahrzeuge transportiert und 163 Verbindungen angeboten, 49 nationale und 114 internationale.

Bis etwa 1980, als das zweimillionste Fahrzeug befördert wurde, stieg die Nachfrage. Dann aber führten die zunehmenden Flugreisen zu einer Stagnation im Autozugreiseverkehr.

 

Die Einleitung der Bahnreform 1994 mit dem Ziel der Privatisierung des Bahnverkehrs in Deutschland hatte auch Veränderungen für den Autorei-sezugverkehr zur Folge. Im Lauf des Jahres 1996 wurde die DB Autozug GmbH mit dem Ziel gegründet, den Autoreisezugverkehr zu sanieren und zu modernisieren. In der Folgezeit wurden alle Liegewagen und Schlaf-wagen renoviert und modernisiert sowie neue Waggons angeschafft.

 

Allerdings wurden zwischen 2005 und 2010 die Zahl der angebotenen Verbindungen von 142 auf 72 fast halbiert und die Anzahl der Verlade-terminals im In- und Ausland von 28 auf 17 reduziert. Dieser Trend setzte sich in den Folgejahren weiter fort; 2013 gab es noch 29 Verbindungen und 14 Terminals.

 

Das Unternehmen DB AutoZug GmbH hatte immer wieder von seiner Muttergesellschaft die Vorgabe, ein positives Betriebsergebnis zu erwirtschaften, um wieder aus eigener Kraft Mittel für die Investition in neue Wagen bzw. die Modernisierung des vorhandenen Wagenparks zu erwirtschaften. Dieses Ziel hat dieses Unternehmen nie erreicht. 2012 fasste der DB Fernverkehr daher den Entschluss, die DB AutoZug GmbH wieder in die DB Fernverkehr AG zu integrieren. Die Wiedereingliederung erfolgte aus gesellschaftsrechtlichen Gründen zum 1.9.2013. Die eigent-liche Integration des Autoreise- und Nachtzugverkehrs in die Strukturen des DB Fernverkehrs zog aber bis ins zweite Halbjahr 2014 hin.

 

Der Autoreisezugverkehr ist ein saisonales Geschäft. Die Hauptkund-schaft sind mit mehr als 90 Prozent Urlaubsreisende, und die größte Nachfrage ist in der Hauptreisezeit im Sommer sowie rund um den Jahreswechsel.  Das Nischenprodukt Autoreisezugverkehr stellte  eine sinnvolle Ergänzung des Angebots der DB AG dar und hatte aufgrund der beständigen Nachfrage – gut 70 Prozent der Kunden sind Stammkunden – große Chancen am Markt. Die Übernahme des Autoreisezugverkehrs durch die DB Fernverkehr AG versprach neue Chancen, allerdings zeigte sich, dass der »große« Fernverkehr den »kleinen« Spezialbetrieb Autozugverkehr gar nicht wollte.

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